Kleine Städte: Die Arbeit unserer Ortsgruppen

teilAuto und Carsharing in Freiberg

Durchhaltevermögen ist wohl eine der wichtigsten Eigenschaften, die es braucht, um Carsharing in kleinen Städten erfolgreich an den Start zu bringen. Denn nach der anfänglichen Euphorie und zahlreichen Interessenbekundungen heißt es in erster Linie dran zu bleiben, Aufmerksamkeit schaffen und (weitere) Mitstreiter*innen zu gewinnen. Davon können unsere Ortsgruppen in Freiberg, Dessau oder Auerbach ein Lied singen: „Es ist gar nicht so einfach, ausreichend Freiwillige zu finden“, so Erik Ferchau von der Ortsgruppe Freiberg. „Zwar gibt es einen harten Kern, dennoch müssen wir vor Ort präsent sein und regelmäßig die Werbetrommel rühren.“

Carsharing in Freiberg als Erfolgsmodell

Die Ortsgruppen übernehmen unter anderem folgende Aufgaben: Neukund*innenaufnahme und -beratung, Schadenaufnahme, Reinigung und Pflege der Fahrzeuge, Stationspflege, Umgang mit Fundsachen und nicht zuletzt auch mal Testfahrten, wenn etwas mit den Autos nicht stimmt. Dafür braucht es mindestens drei bis fünf Freiwillige. Um die Fahrzeuge in regelmäßigem Abstand zu prüfen, müssen sich diese gut organisieren: „Die Abstimmung untereinander ist eine der größten Herausforderungen unserer Arbeit, denn alle Freiwilligen engagieren sich ehrenamtlich nach der Arbeit oder am Wochenende“, so Erik Ferchau, der selbst an der Bergakademie in Freiberg tätig ist.

Carsharing in Freiberg ist für Erik und die Ortsgruppe ein echtes Herzensprojekt: Gestartet als Projekt Tanklust, welches den Einsatz von Pflanzenöl für den Transportbereich verbreiten wollte, wurde das Angebot 2011 an teilAuto übergeben und weiter ausgebaut. In Freiberg stehen den Nutzer*innen mittlerweile insgesamt fünf Fahrzeuge zum Teilen zur Verfügung. „Ich engagiere mich, weil ich Carsharing vor Ort haben und auch andere davon begeistern möchte. Darüber hinaus lerne ich durch die Arbeit zahlreiche nette Leute kennen – der Neukund*innenkontakt macht mir am meisten Spaß“, fasst Erik Ferchau sein Engagement zusammen.

Kleine Städte mit Potenzial

Das Ziel der regionalen Ortsgruppen ist gesetzt: Carsharing in vielen Regionen publik zu machen und zu zeigen, dass es nicht unbedingt ein eigenes Fahrzeug braucht. Der Erfolg gibt den Freiwilligen in Zwickau, Gotha oder Pirna recht – obwohl es in manchen kleinen Städten auch gern noch mehr Nutzer*innen sein können. Ein Tipp für alle Kund*innen, die teilAuto auch für Ausflüge in die Region nutzen: Die Anreise erfolgt mit dem Zug, vor Ort kann dann das teilAuto-Angebot in Gotha, Pirna oder Freiberg genutzt werden.

Zum Schluß hat Erik Ferchau noch einen Appel an alle Nutzenden: „Behandelt die Fahrzeuge so, als wären es eure eigenen und verlasst sie in einem guten Zustand.“ Dem schließen wir uns an und wünschen weiterhin viel Erfolg.

3 Kommentare

  1. Ich verneige mich vor den Kleinstadt-Enthusiasten! Carsharing dort zu pflegen, wo es so notwendig und gleichzeitig so schwierig ist, braucht eine Menge Ausdauer! Macht unbedingt weiter!

  2. Oh das ist ja eine gute Idee. Die Nutzer kümmern sich selber um das Auto und Parkplatz um die Kosten zu reduzieren. Das sollte es wirtschaftlicher für alle machen.
    Gibt es schon eine Interessentengemeinschaft für Bautzen? Da würde ich gerne beitreten.
    Ich bin vor 10 Jahren von Dresden nach Bautzen gezogen. Schade das es hier noch kein Teilauto gibt. Wir überlegen gerade ein zweites Auto anzuschaffen, könnte ich meine Teilautokarte hier nutzen wäre das sicherlich nicht notwendig.
    Schade

  3. Super Sache! Ließen sich eventuell Kooperationen mit Unternehmen, Organisationen, Behörden, etc. knüpfen, die das CarSharing auf für Dienstfahrten nutzen könnten?

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